Rassegna storica del Risorgimento

1859 ; AUSTRIA
anno <1937>   pagina <1576>
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1576 Friedrich Engel von .lanosi
Kràften getroflen werden miissen, die hochste Gefahr. Sollen Leztere im erforderlichen Umfange und an rechter Stelle gesammelt, in der den gliiklichsten Erfolg sichexnden Richtung vcrwendet werden, so muss militàrischer Seits auf bestimmter Beantwortung der Fragen gedrungen werden: Welchen Feinden stehen wir gegeniiber und welche Aufgabe hat somit die Armee; Was haben wir von Preussen und Deutschlaiid, was von England zu erwarten? welche Haltung wird Russlaud annehmen? liegt irgend eine Bestàttigung des vorbemerkten Gertìchtes tiber dessen Biindniss mit Frankreich vor???
Mìnister Graf Buoi erwidert, nicht dar auf vorbereitet zu sein, hier eine Geschichte der Diplomatie in alien Vorgàngen der lezten Monate entwikeln zu miissen. Eine verlàssliche Darlegung der allge-meinen und der speziellen politischen Sitnation scheint unmdglich. Yon einem russiseli franzòsischen Biindnisse istihm nichts bekannt, wàre abex die Zeitnngsnaehricht begrundet, kdnnte er sich nur freuen da in diesem Falle Deutschland und mit demselben auch England gezwungen sein wtirde, mit uns zu gehen. Er will an das Gerucht nicht glauben.
Oesterreich hat Russlands Rechte und Interessen in keinem Pnnkte verlezt, doch will Gf. Buoi nicht dafur biirgen, dass Letzteres seiner, aus bekannten Ursachen gegen uns gereizten Stimmung nicht zu unserer Verlegenheit folgen werde.
Auf keinen Fall kònne es uns schon in den nàchsten 14 Tagen kaum in Monaten mit Kxieg bedrohen. Die Stellung welche Russlaud einnehmen dùrfte, ist somit vòllig unklar, gleichwie jene Preussens. Sie aufzuhellen, ist eben Erzherzog Albrecht nach Berlin und Graf Karolyi nach Petersburg gesendet worden. Vor der Hand wage er nicht auf den Beìstand auch nur Eines Gabinets zu rechnen, obschon er andererseits eben so wenig behaupten will, dass sie Alle gegen uns sein werden, sondern vielmehr als wahrscheinlich amichine, dass sich in ciner nicht za bestimraenden Frist Preussen, Deutschland und England far uns erklàren und Russland eine immer melir zweideutige Haltung einnehmen wtirde. Er balte somit in diesem zur Entscheidung dràngenden Augenblike die Lage Oesterreichs fiir eine solche, dass es, wie zur Zeit des Regierongsantrittes der Kaiserin Maria Theresia sich vor alien auf sich selbst verlassen muss; es gehOrt daher auch die Beantwortung der Fragen des Generaladjutanten Sr. Majestàt nicht mehr in den diplomatischen Bereicb, sondern voin militàrischen Stand' puniste ist die Entscheidung mit voller Veranwortlichkeit za geben.