Rassegna storica del Risorgimento

ASBURGO RANIERI GIUSEPPE (D'); MARIA LUIGIA D'ASBURGO-LORENA, I
anno <1981>   pagina <32>
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Marcella Pincherle
XI
[22.in.1831]
Meine liebe Nichte. Baron Mistrali bat mir beute friihe Ihren lieben Brief vom 21ten Uberbraeht; und hat mir von Alien gesprochen, was die Herstellung Ihrer Finanzen betrifft, er wird Ihnen diese Zeilen selbst ùberbringen, da er seine Geschiifle beute noch hier zu beendigen bofft. Sein Pian ist gut und zweckmafiig, den Umstanden Ihres Landes angemefien, seine Antràge billig, nicht driickend und leicht ausfiibrbar, daher ich mit denselben einverstanden bin. Das Ganze ist aui eine zweckmafiige Oekonomie in alien Zweigen und die Beniitzung einiger HilfsqueUen berechnet; es hat zur Basis zuerst die Moglich-keit der Einnahmen zu berechnen, und nach derselhen dann die Ausgaben in alien Zweigen zu beschrankcn, damit sie diese in keinem Falle iibersteigen, was nach seiner Berechnung leicht moglich ist; es ist das einzige wahre System, alle ubrigen sind verderhlich. Was die Geschichte mit Mirabaud betrifft, so habe ich ibn sehr gebeten, sich mit ihm in gar nichts einzulafien, sondern ìhm in Ihrem Nahmen frey heraus zu erklaren, dafi Sie gar nicht gesonnen sind, ein neues Anlehen einzugehen, sondern dafi Sie die Verpflichtungen des lezten, so bald Sie im Stande seyn werden erfiillen werden. Die Sache ist folgende, Mirabaud wollte fiir die Raten des Ihnen gemachten Anlehens itzt gezahlt werden, er hat sich daher an Rothschild gewendet, damit er Ihnen Geld dazu leihe und damit es gewiSer geschehe, behauptet er dafi das Alles schon mit dem Fiirsten Metternich ausgeraacht sey. Durch dieses will er Sie nothigen das Anlehen von Rothschild anzunehmen. Ich glaube darìnn eine geistige Intrìgue Mirabauds und vermuthlich aucb Werkleins zu sehen; ich bitte Sie daher sich dafiir in Acht zu nehmen, und fest dabey zu bleiben, daft Sie kein neues Anlehen eingehen wollen, es wurde sehr verderhlich fiir Sie ausfallen. Mistrali war ganz meiner Meynung, und iiberhaupt gefalien mir seine Ansichten gut, er wird Ihnen in den Finanzen wie mir scheint, gute Dienste leisten. Werklein gedenkt bald hieher zu kommen, ich empfehle Ihnen sich vor ihm und seiner Frau sehr in Acht zu nehmen, denn sie intriguiren noch gewaltig.
Im t)brigen ist es mir sehr leid gewesen zu horen, dafi Sie noch immer an Koprweh leiden, mit einiger Rube wurde derselbe wohl bald enden. Meine Frau, welche Ihnen recht viel Schones sagen la fòt, hat noch immer einen starken Husten, uns ubrigen geht es gut. Leben Sie recht wohl meine liebe Nichte, erhalten Sie mir immer Ihre mir so theure Freundschaft, und rechnen Sie in Alien fest auf die Meinige, welche nur mit dem Leben enden wird.
Ihr ergebenster Rainer Mailand den 22tcn Màrz 1831.
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[2.IV.1831.]
Meine liebe Nichte! Ich habe Ihren Brief vom 28lcn durch Marschall richtig erhalten, und antworte Ihnen hiemit darauf. Glauben Sie mir dafi es mir eine wahre Freude ist, und anch immer seyn wird, Alles zu tliun, was an mir ist, um Ihnen auf was immer fiir eine Art einen Dienst erweisen zu konnen,