Rassegna storica del Risorgimento

ASBURGO RANIERI GIUSEPPE (D'); MARIA LUIGIA D'ASBURGO-LORENA, I
anno <1981>   pagina <33>
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Il Viceré Ranieri e Maria Luigia 33
ich bitte dali er in dieser Hinsicht, nur immer ganz frey, si eh an mich za wenden, und davon in Voraus iiberzeugt zu seyn. Sie wìinschten nun, auf einige Zeit den bey mir angestellten Grafen Meraviglia !) zu erhalten, damit er in der Form eines Obersthofmeislers bey Ihnen mit Kraft und Festigkeit diejenigen Reformen in Ihrem Hauswesen einfiihre, welche Ihre VerzichtleiBtung auf ein Fiinftel Ihrer zu diesen Ausgaben bestimmten Einkiinfte nothig machen.2) Ich ware sogleich bereit Ihrem Wunsch zu willfahren, wenn ich mir nicht die Bemerkung erlauben miiftte; wobei ich Sie aber bitten mu(S, niemanden etwas; aJs hòchstens dem Baron Marschall zu erwahnen, indem es eonst dem guten Meraviglia schaden kònnie (Marschall muftte ich davon Erwahnung machen, da er mir so sehr deBwegen zusetzte); daft er ganz und gar nicht dazu taugt; er ist ein ehrlicher Mann, aber von nicht gar groJSem Talent, und welchem es aus zu grofier Giite, und einer angebohrenen Schwerfalligkeit ganz an der nothigen Energie und Festigkeit mangelt, dabey weift er niemwenden zu imponieren, er wiirde daher bald von Jedermann geleitet werden. Er hat bey mir durch 3 Jahre die Stelle eines Obristhofmeisters gefiihrt, ich habe daher Alles dieses aus eigener Erfahrung, und obwohl ich glaube, geschickte und ehrliche Manner an der Spitze meines Hauswesens zu haben, so hat si eh so Manches, was nicht in der Ordnung war, sich in daSelbe damals eingeschlichen, was dann schwer abzustellen war. Bey Ihnen nun, wo es sich uni mit Festigkeit durchzufuhrende Reformen aller Art handelt, wo man Muth haben, und sich alle Menschen ini Hause nothwendig zu Feinden machen muB; glaube ich mit Bestimmtheit sagen zu konnen, daS er dazu gar nicht taugt, und daS durch ihn der Zweck gar nicht erreicht werden wird. Mir sind von jenen welche ich kenne, 3 einge-falien welche dazu befter geeignet seyn diirften; dieses ware der Baron Marschall selbst, welcher sich aber sehr dagegen wehrt, dann der hier befindliche General Graf Wratislaw, endlich aber und ani allerbesten ware dazu der Graf Inzaghi,3) Gouverneur in Briinn, fur diesen konnte ich mich verbiirgen. Da mir Marschall sagte, dafi Sie iiber diesen Gegenstand Ihrem Vater, und er dem Fiirsten Metter-nich geschrieben hat, so habe ich auch dem Ersteren alles dieses vorgestellt; ich bitte Sie aber gewift iiberzeugt zu seyn, dafi ich alles dieses nicht thue um nicht Ihrem Wunsch zu willfahren, ich wiirde mir alle Opfer gefallen laBen, um das Min deste zu thun, was Ihnen nur angenehm seyn konnte und um Ihnen einen Beweift meiner innigen Freundschaft zu geben; aber ich schreibe es aus inniger Ùberzeugung, dafi Ihnen dadurch nicht geholfen seyn wiirde. Solite es aber dennoch seyn sollen, so mufite es so gemacht werden, da6 er ohne Titel und Bestimmung blo/5 in Commission als mein Dienstkammerer zu Ihnen geschickt wiirde, um unter Baron Marschall zu arbeiten um die Reformen in Ihrem Hause zu bewirken. Dieses natte den grò Ben Vortheil daft man ihn, falls es nicht gehen solite, gleich wieder hieher, ohne daft es ein schlechtes Licht auf ihn werfen wiirde, zuruckschicken konnte.
Marschall hat mir Alles erzahlt, was bey Ihnen geschehen, ich bin iiber­zeugt, daft auf dieso Art Alles gut gehen wird; ich bitte Sie mit ihm iiber Werklein zu sprechen, er versuchte, sich verbunden mit Testi4) auch in die Finanzangelegesbeiten von Parma zu mischen; nehmen Sie sich in dieser Hinsicht vor ihm in Acht; und weisen Sie den Testi an alles mit Mistrali auszumachen, als welcher itzt zu diesen Geschaften bestimmt ist, es scheint so manches da nicht klar zu seyn, vielleicht ist Ihr Nahme da miBbraucht worden, und man sucht sich itzt aus der Schlinge zu ziehen. Ini Ùbrigen sehe ich mit vielem Leidwesen, daft Ihre Gesundhcit nicht ganz gut ist, und da Sie ihre